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UNESCO-Abenteuer für die ganze Familie

Von 40 000 Jahre alter Kunst bis zur Welt der Pfahlbauer: Deutschlands faszinierende UNESCO-Welterbestätten lassen sich bestens mit der ganzen Familie entdecken und mit weiteren Aktivitäten verbinden. Sechs spannende Reiseideen für die Sommerferien.

Stralsund
Stralsund (DZT Francesco Carovillano)

Römische Grenzsysteme Limes: Über die Landesgrenzen hinaus

550 Kilometer lang ist der Obergermanisch-Raetische Limes, der gemeinsam mit dem Hadrianswall und dem Antoniuswall in Grossbritannien seit 2005 die grenzüberschreitende Welterbestätte «Grenzen des Römischen Reichs» bildet. Der Limes markiert die einstigen römischen Grenzbefestigungen, die in Deutschland von Rhein bis Donau standen. 2021 bekam die Welterbestätte mit den Abschnitten des Niedergermanischen Limes und dem Donaulimes Zuwachs. Auf der Deutschen Limes-Strasse oder dem Limes-Veloweg lässt sich der Grenzwall noch heute eindrucksvoll erleben. Besondere Highlights entlang der Route sind das vollständig wiederaufgebaute Römerkastell Saalburg bei Bad Homburg und das grosse Limesmuseum in Aalen.

Grenzwall in Bad Homburg
Grenzwall in Bad Homburg (DZT Gregor Dinghauser)

Stralsund und Wismar: Zeitreise in die Hanse des 14. Jahrhunderts

Nahezu unveränderte, bewahrte mittelalterliche Grundrisse und Bausubstanz aus der Zeit der Backsteingotik: Die Altstädte von Stralsund und Wismar in Mecklenburg-Vorpommern sind auch heute noch Zeugen des Glanzes und des Reichtums der Hanse im 14. Jahrhundert. Seit 2002 sind sie deshalb als UNESCO-Welterbestätten gelistet. Zu den Höhepunkten gehören unter anderem gleich sechs Backstein-Pfarrkirchen, das historische Hafenbecken von Wismar und das älteste Bürgerhaus «Alter Schwede». In Stralsund wartet derweil im Ozeaneum eine faszinierende Unterwasserreise für die ganze Familie: von der Ostsee über die Nordsee und den Atlantik bis hin zum Polarmeer.

Stralsund
Stralsund (DZT Francesco Carovillano)

Reisetipp 1

Leichte, individuelle Veloreise mit Eurotrek auf den Spuren der Hanse von Lübeck nach Warnemünde/Rostock. Die UNESCO-Weltkulturerbestätten Lübeck und Wismar liegen auf der Strecke.

Grube Messel: 48 Millionen Jahre Entwicklungsgeschichte

Über 40 000 Funde machen die Grube Messel zu den weltweit ergiebigsten Fundstätten verschiedenster Fossilien. Darunter finden sich über 100 Pflanzenfamilien, 8 Fisch-, 31 Reptilien-, 5 Amphibien-, mehr als 50 Vogelarten und über 30 Arten von Wirbellosen. Besonders faszinierend sind Überreste von Urpferdchen wie dem Eurohippus. Eine weitere Besonderheit: Die Grube Messel, die die Entwicklungsgeschichte der Erde zur Zeit des Eozäns (vor 47 Millionen Jahren) dokumentiert, wurde 1995 zum ersten UNESCO-Weltnaturerbe Deutschlands erklärt. Besuchen lässt sich der Ort im Rahmen von Gruppenführungen oder auf eigene Faust von der Aussichtsplattform aus. Noch mehr Wissenswertes zum Thema erfährt man zudem im Fossilien- und Heimatmuseum der Gemeinde Messel.

Grube Messel
Grube Messel (DZT Jan Bitter)

Höhlen und Eiszeitkunst auf der Schwäbischen Alb: Die ältesten Kunstwerke der Menschheit

Kunst und Kultur spielten bereits vor 40 000 Jahren eine Rolle. Das beweisen die gefundenen Kunstwerke und Musikinstrumente in den Höhlen des Ach- und des Lonetals auf der Schwäbischen Alb bei Ulm. Sie stehen seit 2017 auf der Welterbeliste der UNESCO. Zu den ältesten Kunstwerken der Menschheit gehören unter anderem drei bis neun Zentimeter grosse Schnitzarbeiten aus Mammutelfenbein, die Teile der damaligen Tierwelt sowie menschliche Darstellungen wie die «Venus vom Hohle Fels» abbilden. Dazu kommen Flöten aus Knochen und Elfenbein. Ein Besuch der Höhlen lässt sich perfekt mit Aktivferien auf der Schwäbischen Alb verbinden. Es warten etwa spektakuläre Aussichtsfelsen, türkisblaue Quelltöpfe und über 90 Prädikatswanderwege.

Höhlen und Eiszeitkunst in Schelklingen
Höhlen und Eiszeitkunst in Schelklingen (DZT Ben Wiesenfarth)

Reisetipp 2

Bustour mit Marti durch den Harz mit den mittelalterlichen Altstädten von Goslar und Quedlinburg, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören.

Grenzkomplex Haithabu und Danewerk: Im Reich der Wikinger

Wikinger, Räuber, Händler und Eroberer: Zwischen dem 8. und dem 11. Jahrhundert war auf den Meeren im Norden Europas einiges los. Mittendrin: der Handelsplatz Haithabu. Dieser und die Wallanlagen des Danewerks, beide seit 2018 UNESCO-Welterbestätten, sicherten an der schmalsten Stelle zwischen Ost- und Nordsee die Grenze zwischen Skandinavien und dem europäischen Festland. Dies wiederum ermöglichte einen intensiven Handel und den Austausch zwischen den Regionen. Wer nach dem Besuch des Archäologischen Grenzkomplexes Haithabu und Danewerk in die Welt der Wikinger eintauchen will, ist zwischen dem 7. und 9. August 2026 an den Wikingertagen in Schleswig am richtigen Ort.

Danewerk
Danewerk (DZT Loïc Lagarde)

Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen: Ins Pfahlbauerleben eintauchen

Vor bald 7000 Jahren liessen sich in Unteruhldingen am Bodensee nördlich von Friedrichshafen Pfahlbauer nieder. Heute noch zeugen Holzpfähle im Wasser von Häusern, die einst hier standen. Diese spezielle Bauart war eine frühe Siedlungsform in Europa. In diese Zeit zurückreisen kann man im 2024 neu eröffneten Pfahlbaumuseum Unteruhldingen. Auf Parcours mit Barfusspfad und durch interaktive Steinzeiterlebnisse erlebt die ganze Familie diese aussergewöhnlichen Zeitepoche. Übrigens: 2026 feiern die «Prähistorischen Pfahlbauten um die Alpen» ihr 15-Jahre-Jubiläum als UNESCO-Welterbe.

Pfahlbaumuseum Unteruhldingen
Pfahlbaumuseum Unteruhldingen (Pfahlbau Museum)

55 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland

Baudenkmäler, Stadtensembles, bedeutende Industrieanlagen und aussergewöhnliche Naturlandschaften hat die UNESCO in Deutschland zum Welterbe erklärt. Alle 55 UNESCO-Welterbestätten in Deutschland finden sich unter www.welterbedeutschland.de.

Dieser Artikel wurde unterstützt vom Reiseland Deutschland.

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