Werner Liner hatte als Carrosseriespengler Erfolg und war mit Mitte 40 finanziell unabhängig.
Werner Liner hatte als Carrosseriespengler Erfolg und war mit Mitte 40 finanziell unabhängig. Stevan Bukvic
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«Mein Berater geht mehr auf Nummer sicher als ich»

Werner Liner, selbstständiger Unternehmer im Ruhestand, bewirtschaftet einen Teil seines Vermögens selbst, den Rest hat er einem Verwalter anvertraut. Wer performt besser?

Von Mark van Huisseling

Es gibt junge Leute, die tun in ihren Zwanzigern das, was man «das Leben geniessen» nennt. Sie lachen, lieben, feiern, reisen et cetera. Und es gibt junge Leute, die sich früh selbstständig machen, weil sie unabhängig sein wollen. Das ist eine andere Form, das Leben zu geniessen.

Der im Albisgüetli-Viertel in Zürich aufgewachsene Werner Liner, heute 70-jährig, gehörte zu den Zweitgenannten. Er gründete 1975, mit 25, eine Carrosseriespenglerei. Und war damit so erfolgreich, dass er bereits nach dem ersten Geschäftsjahr zwei Mitarbeiter und einen Lehrling anstellen konnte.

Eine rechte Investition

Der Betrieb in Altstetten entwickelte sich erfreulich weiter, Anfang der 1980er-Jahre ergänzte er ihn deshalb um ein Autospritzwerk sowie einen weiteren Mitarbeiter. Zuvor hatte er Malerarbeiten nicht selbst erledigen können. «Das war eine rechte Investition», sagt er. Aber eine, die sich lohnte: Schon ein paar Jahre später konnte er sich ein Wohneigentum in Hedingen im Bezirk Affoltern leisten. Zusammen mit seiner damaligen Freundin Marlis und deren kleinem Sohn zog er in das zwischen Zürich und Zug gelegene Einfamilienhaus.

Liners Carrosseriespengler-Geschäft mit Autospritzwerk lief weiterhin gut. Bis heute merkt man ihm an, dass er stolz darauf war, auch anspruchsvolle Geschäftskunden zufriedenstellen zu können. Beispielsweise die Unternehmensleitung der Firma Jelmoli, deren Limousinen er reparierte, wenn dies nötig war. Dennoch schrieb er Mitte der 1990er-Jahre seinen Betrieb zum Verkauf aus, aus gesundheitlichen Gründen – die harte körperliche Arbeit sowie die Auswirkungen der Farben, Lacke und Lösungsmittel schlugen dem Diabetiker zunehmend auf die Gesundheit. Er fand bald einen Käufer und einigte sich mit ihm auf einen Preis, der für beide stimmte.

Danach war Liner, damals Mitte 40, wirtschaftlich mehr oder weniger unabhängig. Was für ihn aber nicht bedeutete, nicht mehr beziehungsweise bloss noch wenig zu arbeiten. Stattdessen fing er mit etwas völlig anderem an: Er gründete einen Verlag, um sich auf die Herausgabe von Karten, zur Mehrheit Gemeindepläne, zu spezialisieren. Dafür stellte er einen Kartografen an. Er selbst und Marlis, mittlerweile seine Ehefrau, waren zuständig für die kommerzielle Seite. Das heisst, sie verkauften lokalen Unternehmern Werbeflächen, die die Landkarten umrandeten.

Auch die WM Medienverlags GmbH wurde ein Erfolg. «Die Werbeflächen waren manchmal bereits nach wenigen Wochen ausverkauft, so dass wir oft mehrere Auflagen eines Plans für eine Gemeinde herausbringen konnten», sagt Liner.

«Ich halte meine Investitionen meist lange – und habe damit gut performt.»

Was hat das Reparieren beziehungsweise Spritzen von Autos mit dem Verlegen von Landkarten und Reklameverkauf zu tun? Nicht viel, auf den ersten Blick jedenfalls. Ausser vielleicht, dass die meisten erfolgreichen Unternehmen auf der Wesensart und dem Einsatz des Unternehmers dahinter fussen. Oder anders ausgedrückt: Wer einen Handwerksbetrieb zum Laufen bringt, schafft es wohl auch als Dienstleister. Bei Liner zumindest war es so.

Ende der 1990er-Jahre verkaufte er das Einfamilienhaus in Hedingen, um den Traum vom selbst gebauten Haus zu realisieren. Er hatte in Oberwil-Lieli, zwölf Kilometer entfernt, Bauland gefunden. Die Parzelle war gross genug für ein Landhaus nach den Vorstellungen des Ehepaars: 400 Quadratmeter Wohnfläche – Platz für den Verlags-Geschäftssitz war auch reichlich vorhanden – plus Garten, das Ganze mit unverbaubarer Fernsicht.

2015 beendete Liner seine Unternehmerlaufbahn. Er war 65 geworden. Und das Geschäft mit den werbefinanzierten Plänen ein Auslaufmodell – fast jeder hatte mittlerweile ein Smartphone mit Navigationsoption, und in der Folge wollte kaum noch einer für Anzeigen auf gedruckten Karten bezahlen. Der Verlag liess sich nicht mehr verkaufen. Für den Unternehmer hielt sich der Schaden aber in Grenzen: Er hatte auch als Selbstständiger eine Berufliche Vorsorge BVG aufgebaut und zudem eine Lebensversicherung abgeschlossen. Das angesparte Kapital aus der zweiten Säule plus der Lebensversicherung liess er sich ausbezahlen. Um es anzulegen.

Im selben Jahr fanden er und seine Frau einen Käufer für die Villa in Oberwil-Lieli. Das Haus war ihnen zu gross, der Unterhalt des Gartens zu aufwendig geworden. Sie entschieden, sich mit einem Teil des Erlöses eine neu erstellte Eigentumswohnung in Laax-Murschetg, wenige Hundert Meter oberhalb der Seilbahn-Talstation, zu kaufen. Die moderne Architektur der Überbauung liess sich nicht vergleichen mit dem Landhaus, das die beiden zuvor bewohnt hatten. Aber in einem Punkt waren die beiden Zuhause vergleichbar: was die Aussicht betrifft, denn auch in Laax kann Liner den Blick ungehindert schweifen lassen.

«Ich interessiere mich seit langem für Kapitalanlagen», sagt er. Und bezeichnet sich als «eher aggressiven Investor». Das heisst, er kauft mehrheitlich Aktien. Was er hingegen nicht sei, sei ein «Trader», einer also, der einen Titel ordert, um schon nach einem Kursanstieg von 10 oder 15 Prozenten wieder auszusteigen und den Gewinn sicherzustellen. «Ich halte meine Investitionen zur Hauptsache viele Jahre – und habe damit bisher gut performt.»

«Mein Berater hält einen höheren Obligationenanteil als ich.»

Ganz allein auf seine Entscheide verlässt er sich dann aber doch nicht in Kapitalbelangen. Circa ein Drittel seines Depots hat er einem Berater, dem er vertraut, zur diskretionären Verwaltung überlassen. Dieser kann also selbstständige Anlageentscheide fällen. Es handelt sich bei dem Berater, nebenbei erwähnt, um den Sohn seiner Ehefrau, der für eine Bank arbeitet. Und er sei sehr zufrieden mit dessen Entscheiden. «Er investiert sicherheitsorientierter als ich und hält beispielsweise einen höheren Obligationenanteil.»

Wer besser performt? In der Vergangenheit sei er, Liner, das gewesen, sagt er. Was sich möglicherweise jetzt ändere, nachdem in den vergangenen Monaten Aktien über alles gesehen grössere Kurseinbussen erlitten als festverzinsliche Anlagen.

Was ihn aber nicht besonders beunruhige. Er sei langfristig investiert, sagt Werner Liner. Und am wichtigsten sei ihm sowieso seine Unabhängigkeit und dass er keine Verpflichtungen mehr habe, wie zu Zeiten, als er noch ein eigenes Geschäft hatte und für Mitarbeiter verantwortlich war.

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Dieser Beitrag wurde durch Commercial Publishing von Tamedia für unseren Kunden Genève Invest erstellt.

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